der kleine lord auf grosser tour

September 30, 2007

Das kommt fast wie einst in der Mittelstufe… wirf die Mappe in die Ecke … raus und weg: Seit Freitag sind Ferien, denn am morgigen Montag wird die Volksrepublik 58 Jahre alt. Und wie in der Mittelstufe musste das erstmal kollektiv begossen werden.

Alles kein Problem, wenn das mit Rothaus Pils und Co. geschehen wäre. Wenn man nun aber mit einem Rudel KoreanerInnen (zuzüglich einer Litauerin und zwei, drei JapanerInnen) in einem koreanischen Restaurant sitzt, dann geschieht das Den Rest des Beitrags lesen »


geschichten vom mond

September 26, 2007

„Warum heißt es ‚im’ Mond?“ frage ich die Lehrerin mit dem schnellen Redefluss. Sie lacht nur und erzählt weiter die Geschichte von Chang E, der Frau ‚im’ Mond. Nicht dass es bei uns nicht auch ‚im’ Mond heißt, aber wenn man meine Grammatikfragen (die innvollen) schlicht ignoriert, rege ich mich leicht auf und gerate mitunter sogar ins Schmollen. Zurück gibt es dann zwei Wege: Ich lasse mich bitten (das kann dauern) oder erkläre den nächsten Punkt einfach ungefragt selbst… ihr kennt mich. Dafür hat mich mein Grundschullehrer schon geliebt.
Schuld an allem sind natürlich meine lieben Eltern, die mich von klein auf daran gewöhnt haben, dass man sich ernsthaft gestellten Fragen auch stellt.
Doch zurück zur Frau im Mond. Verdammt schön soll sie gewesen sein, schön und

 

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traumhaftes wetter

September 20, 2007

Das Wasser ist klar, das Wetter ist gut. Und doch sind wir aus irgendeinem Grund unentspannt. Vielleicht müssen wir irgendwo hin. Das hölzerne Floß, das wir schieben, ist auf jeden Fall beladen. Ich schaue unter Wasser, sehe unsere strampelnden Beine und weiter Hinten: Einen großen Hai. Seltsam ruhig erfolgt meine Mitteilung. Wird er uns angreifen? Zu spät. Er kommt schon über uns.

Wozu gibt es Hainetze in Qingdao? Eben! Doch scheinbar sind wir nicht in Qingdao und der Hai richtet sich dementsprechend in der Wohnung im Erdgeschoss ein. Flucht ist in solch einer Situation die natürlichste aller Verhaltensweisen. Und so versuche ich zu fliehen. Erfolglos natürlich, denn – wieso auch immer – ich bin an diese Räume gebunden, von denen aus der Hai mit Hilfe zweier Schergen sein Schreckensregime zu etablieren trachtet. Den Rest des Beitrags lesen »


in the army now

September 16, 2007

Starre Mienen, entschlossene Gesichter, angespannte Körper, martialische Kommandos: ChinesInnen, wie Spiegel, Boulevard und Stammtisch sie fuerchten.

Viele Kehlen, ein Schlachtruf. Viele Beine, ein Rhythmus. Ich stehe und verstehe nichts; schon hebt der Marinesoldat die rote Fahne. Der nächste Trupp setzt sich in Bewegung. Der örtliche Parteisekretär präsidiert auf der Tribuene. Vorhin ist er im Paradejeep an den strammstehenden Uniformierten vorbeigefahren. China kampfbereit.

40 min später. Die Tränen kullern, Taschentücher und Handys werden gezueckt; betretenes Scharren mit den Turnschuhen. Weinende Turnschuh-Soldaten? Was läuft hier? Den Rest des Beitrags lesen »


das leben als handballlager (oder: heiraten in china)

September 14, 2007

Die Braut habe ich erst am Tag der Hochzeit kennen gelernt. Ob das so Brauch ist in China? Das weiss ich nicht. Es war ja nicht meine Braut. Aber ich bezweifle es doch ernsthaft. Warum sonst sind uns gestern im altdeutschen Willenviertel ca. 40 Brautpaaren begegnet, die anscheinend Wochen vor ihrer Hochzeit in Hochzeitsphotobussen zu Hochzeitsphototerminen in geliehenen Hochzeitstrachten an hochzeitlichen Plaetzen angekarrt wurden…

Jetzt aber zurueck zur Szene vom Samstag:

Ca. 18.00 Uhr//  Ein Saal in einem Alt-Qingdaoer Hotel. Ein kleiner, dicker Chinese (8 Jahre) begruesst den etwas verunsicherten Laowai, der frierend an einem runden Tisch nahe Klima- und Stereoanlage sitzt: „Ihr Auslaender habt wohl keine Angst vor der Kaelte!“

Wenn der wuesste… Besagter Auslaender ist nach einer Clubnacht am Freitag um 14.40 Uhr aufgestanden, um ebendann zu erfahren, dass er um 15.00 Uhr fuer den Gang zu einer Hochzeit gerichtet sein sollte. In entsprechendem Zustand lernen mich die Verwandten meiner Gasteltern kennen. Man scheint   Den Rest des Beitrags lesen »


heute im unterricht

September 13, 2007

abgefahren

September 11, 2007

Stadtplanung wird in Qingdao gross geschrieben – zumindest, was den Strassenbau angeht. Wenn neue Strassen gebaut werden, dann 6-spurige (3 und 3), gerade Rennpisten mit Seitenstreifen. Noch kann von voller Auslastung in den Neubauvierteln keine Rede sein.

Entsprechend verwoehnt sind die Qingdaoer und entsprechend fahren sie: 100 km/h innerorts, auch mal gerne auf einer oder zwei Spuren der Gegenseite - wenn wieder jemand beim links Abbiegen ihren Run unterbricht. Reifen werden auf der Fahrspur gewechselt (so bei Marian geschehen)…

Dabei wird grundsaetzlich bestialisch unterturig gefahren und man wundert sich schon, wenn der Gastvater seinen Landwind im 5. Gang bei 1400 Umdrehungen den Berg hinauf kriechen laesst. Doch hat man sich daran erstmal gewoehnt, dann geniesst man die Aussicht, die man aus dem Kofferraum heraus hat, denn da sitzt man mitunter, wenn wir alle zur Uni muessen.

Abgefahren.

Abgefahren auch der Unterricht: Ich vermisse schmerzlich eine Mittelstufe zwischen B und C, versuche zu entziffern, was die Lehrerin anschreibt, prepariere Texte und kaempfe weiterhin mit den Stuehlen…

Abgefahren ist der Zug aber noch nicht. Intensiv gelernt wird hoffentlich am Wochende… denn jetzt geht’s erstmal mit Christian, dem ersten Gast aus Deutschland hier, an den Strand.

 Baden im September. Abgefahren.


shang ke

September 7, 2007

Der Sportplatz weckt ungewollte Assoziationen mit Taliban-Fussball in Kabul. Im Moment sitzen die 200 Uniformierten auf ihren Stuehlen und lauschen dem unsichtbaren Redner. Schoener erster Unitag an der Ocean U!

Nicht fuer uns. Wir haben uns schliesslich nur verlaufen… und kommen zu spaet zur Einfuehrung fuer Auslaender, die immerhin auf Chinesisch, Japanisch, Koreanisch und Englisch  erfolgt. Wer spaet kommt, sitzt hinten, wer hinten sitzt kriegt nichts mit, wer nichts zu erzaehlen hat, der springt schnell zum naechsten Ereignis:

Dienstag (4.9)// 

Draussen: Martialisches Gebruell, marschierende Menschen – die chinesischen Erstsemester bei der Arbeit.

Draussen/Drinnen: Der A-Kurs nebenan lernt die 4 Toene. Quaken im Chor, wurde das mal von einem Schreiberling genannt. Lautes Beten geht auch.

Drinnen: Den Rest des Beitrags lesen »


der gott des geldes (am 3.9)

September 7, 2007

Das Feuerwerk geht heute Abend erst so richtig ab. Selbst die Arbeiter von der Baustelle gegenueber zuenden einen Strang Chinaboeller (Dinger, die in Deutschland unter das Kriegswaffengesetz fallen wuerden). Sie aus dem dunklen Zimmer heraus bei ihrer kleinen Freude zu beobachten, macht auf kitschige Weise nachdenklich. Bloeder Laowai im Elfenbeinturm.

Auf der anderen Seite, wo bereits alles voller Geschaefts- und Wohnungsbauten ist, fliegen die Raketen. Warum?

Heute ist der Tag des Geldgottes. In China ist das mit dem Geld ein bisschen anders. Wenn man 1000 Euro – z.B. fuer eine Mietvorauszahlung – holen moechte, dann geht das nur in Form von hundert 100 Yuan Scheinen. Das kleinste Geld (0,1 Cent) wird von Bettlern abgelehnt und generell gilt, was das deutsche Sprichwort leugnet: Geld stinkt. Dessen voellig ungeachtet: Begehrt ist es, wie ueberall. Und wer welches will, der laesst es heute krachen. Krieg muss sich so aehnlich anhoeren…


alltag

September 7, 2007

Ich bin gefragt worden, was ich so treibe, warum ich nicht von mir hören lasse. Bald wird klar sein: Es war ein Fehler, sich für meinen Alltag zu interessieren, mich zur Nonsensproduktion auch noch zu animieren.
Steigen wir doch mal ein. Besser gesagt; stehen wir auf, vom großen Esstisch (Plastik sieht aus wie Holz, 10 Plätze), neben dem im Fernseher Olympiaerziehung läuft (vorbildliches Verhalten in Alltagssituationen), meine Tasche mit dem Stern über den Arm raus in den Schindler(?)-Aufzug. Die 20 Sekunden vom 16. Stock ins Erdgeschoss werden mit Werbung für BMW-Duplikate aus dem Flachbildschirm gefüllt. Draußen am Wachmann vorbei über den Zaun. Nach drei Minuten

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