deutsche woche

Dezember 28, 2007

Wenn man auszieht, China zu finden, dann ist das ein bisschen naiv – aber immerhin die richtige Richtung. Kommt es hingegen irgendwann soweit, dass man, wenn man zum Essen gerufen wird, plötzlich aus einem Shakespeare aufwacht und realisiert, dass man in China ist; kommt es soweit, dass man Anrufe von chinesischen Bekannten wegdrückt, dass man mit einem Mal englische oder gar deutsche Wortfetzen in seinem Chinesisch entdeckt, dann, ja dann ist das eindeutig die falsche Richtung – und in diesem Fall naiv, darüber hinwegzugehen. Was macht man da?

Vielleicht fragt man sich, woher’s kommt: Hat man sich über all der elektronischen Weihnachtspost, den Anrufen und den Gedanken ein bisschen aus der Chinamaschine zurückgezogen und gräbt stattdessen im endlosen Selbst / endlos verworrenen Selbst? Kann schon sein. Das ist aber leider keine Hypothese, aus der sich unmittelbare Handlungsmaximen ableiten lassen.

Was tun?

Vielleicht denkt man nicht groß nach, setzt sich einfach an den Rechner, und schreibt einen Blog-Eintrag. Man nennt ihn „deutsche woche“ und erzählt sich selbst und den anderen ein bisschen davon, wie intensiv und interaktiv man sein Dasein gestaltet. Naja, warum nicht?

Sucht man in Qingdao nach chinesischer Intensität, dann geht man nach Taidong. In Taidong gibt es keinen Strand, keine sechsspurige Straße und kein Verständnis für abstrakte Institutionen wie das Marken- oder das Urheberrecht. Mc Donald’s, KFC und Walmarkt fühlen sich trotzdem wohl. Und die Chinesen Den Rest des Beitrags lesen »


von gott gesandt (oder: blasphemische weihnachten)

Dezember 23, 2007

Es ist Sonntagmorgen punkt zwei Uhr. Habe Nudeln mit Ei und scharfen Minifischen (< 2cm) zum Frühstück gegessen und sitze jetzt mit Schädelweh und meinem letzten Instant-Cappucino auf der großen Kunstledercouch im Wohnzimmer. Alle sind ausgeflogen, nur ASS Ratiopharm und der kleine Plastikweihnachtsbaum auf dem Esstisch leisten mir Gesellschaft. Obwohl ich glaube, dass letzterer noch schläft: Die bunten Lichter sind zumindest aus…
Weihnachtsbaum? Stimmt, stimmt. Für morgen ist ja ein heiliger Abend angesetzt. Chinesische Weihnachten – vielleicht auch mit ein Grund für (m)einen Schädel? Nicht etwa, dass man sich darüber hinweghelfen müsste, dass Weihnachten hier nicht stattfindet. Nein, nein. Weihnachten beginnt in China vielmehr bereits Anfang November. 20 Jahre Konsumrückstau wollen schließlich aufgeholt werden und dabei wird natürlich an allen Fronten gekämpft – Kulturgrenzen spielen da keine Rolle (Ha! Huntington).
Mein ganz persönlicher Kampf hat vor ca. zweieinhalb Wochen begonnen. Genauer gesagt an dem Punkt, an dem Den Rest des Beitrags lesen »


auf der suche nach dem dingsda

Dezember 18, 2007

Höchste Zeit, mal wieder in magnolien vorbeizuschauen, nachdem ich mich die letzten Wochen mit diesem und jenem, dieser und jener (das bietet sich an dieser Stelle einfach an) und mir selbst beschäftigt habe. Außerdem hat ein anderes Blog meine Kapazitäten in Sachen Worthülsenproduktion zwischenzeitlich gebunden.

Nun, was gibt es denn so Wichtiges zu erzählen? Was habe ich heute getrieben? Um ehrlich zu sein: Ich habe versucht, ein Ding zu erwerben, dessen deutschen Namen ich nicht einmal kenne. Es besteht aus Den Rest des Beitrags lesen »


bilder aus magnolien

Dezember 12, 2007

Bin wiederholt auf Bilder angesprochen worden und habe deswegen jetzt einen Link zu meiner flickr-seite in der Leiste rechts außen platziert. Es handelt sich größtenteils um erste Gehversuche mit meiner neuen, gute 20 Jahre alten Photographiermaschine – lasst darum bitte Milde walten…

Mit einem Dank an Filip!


der kleine unterschied

Dezember 10, 2007

Es ist Montag Abend. Nach langer magnolien-Abstinenz sitze ich endlich mal wieder am Rechner und grabe in meinem Kopf nach dem, was eigentlich passiert ist in der letzten Zeit. Die einzige Konstante scheint meine Nase zu sein: Die läuft und läuft und läuft… Das hat sie in Qingdao getan, in Shanghai und in Beijing; beim Lernen und beim Kaffeetrinken, beim europäischen Frühstück und auf dem Fahrrad, während des Vortrags über Consulting in China und ebenso während des Punk-Konzerts im D-22. So eine Nase macht eben keine Unterschiede, auch wenn alles um mich herum voll davon ist:

Da gibt es den Unterschied zwischen der Kommunikation mit einer Person, mit der man sich auf zwei Sprachen und doch nicht wirklich austauschen kann, und einer Person, mit der man sich über emotionale Barrieren, die chinesische Art einen Businessplan zu erstellen und ihre süßen Lachfalten unterhalten kann. Man stößt sprachlich in beiden Fällen an seine Grenzen, letzterer ist aber der eindeutig motivierendere.

in der kücheIn Sachen Crazy China bestehen weiterhin die wohlbekannten Unterschiede – wie z.B. die Vorlieben im Bereich der Speisenwahl (an unserer Küche gut zu erkennen) – während man anderorts recht unerwartet von recht herzlichen Menschen,  mit qualitativ neuen Unterschieden konfrontiert wird. Zum Beispiel, wenn es um Herzlichkeit und die Adressaten von Herzlichkeit geht:

„Gebt den Bettlern nichts. Betteln ist ihr gewählter Job!“

„Ihr kennt diese Menschen vorm Jusco. Sie sind nicht von hier. Sie sind vom Land, haben oft Krankheiten und stehlen. Stadtmenschen fürchten sie.“

„Hast Du das Gefühl, dass Chinesen herzliche Menschen sind?“ // „Durchaus!“ // „Aus Deiner Perspektive als Ausländer gesehen mag das zutreffen; aber Chinesen untereinander sind alles andere als herzlich!“

Wo ist sie, die „harmonische Gesellschaft“? Den Rest des Beitrags lesen »