stunden

Januar 26, 2008
Achtundreissig Stunden in einer rollenden Blechbuechse mit Plumsklo. Das mag fuer viele Anlass zu einer zweifelhaften Vorfreude sein. Wer bei der Lektuere von (so deutsch) in Shanghai bis zum Ende durchgehalten hat, der kann sich denken, inwieweit ich mich mental mit diesen Umstaenden ueberhaupt befasst hatte, als ich besagte Blechbuechse bestieg (der hat auch germerkt, dass ich mich dort in den Stunden vertan habe…). Verschwitzt war ich obendrein, verwirrt war ich untergruendig – aber ich war dabei und konnte mich an keinen wichtigen Fernzug erinnern, den ich – von den ueblichen DB-Umsteigedesastern einmal abgesehen – so knapp erreicht hatte. Den Rest des Beitrags lesen »

deutsche woche

Dezember 28, 2007

Wenn man auszieht, China zu finden, dann ist das ein bisschen naiv – aber immerhin die richtige Richtung. Kommt es hingegen irgendwann soweit, dass man, wenn man zum Essen gerufen wird, plötzlich aus einem Shakespeare aufwacht und realisiert, dass man in China ist; kommt es soweit, dass man Anrufe von chinesischen Bekannten wegdrückt, dass man mit einem Mal englische oder gar deutsche Wortfetzen in seinem Chinesisch entdeckt, dann, ja dann ist das eindeutig die falsche Richtung – und in diesem Fall naiv, darüber hinwegzugehen. Was macht man da?

Vielleicht fragt man sich, woher’s kommt: Hat man sich über all der elektronischen Weihnachtspost, den Anrufen und den Gedanken ein bisschen aus der Chinamaschine zurückgezogen und gräbt stattdessen im endlosen Selbst / endlos verworrenen Selbst? Kann schon sein. Das ist aber leider keine Hypothese, aus der sich unmittelbare Handlungsmaximen ableiten lassen.

Was tun?

Vielleicht denkt man nicht groß nach, setzt sich einfach an den Rechner, und schreibt einen Blog-Eintrag. Man nennt ihn „deutsche woche“ und erzählt sich selbst und den anderen ein bisschen davon, wie intensiv und interaktiv man sein Dasein gestaltet. Naja, warum nicht?

Sucht man in Qingdao nach chinesischer Intensität, dann geht man nach Taidong. In Taidong gibt es keinen Strand, keine sechsspurige Straße und kein Verständnis für abstrakte Institutionen wie das Marken- oder das Urheberrecht. Mc Donald’s, KFC und Walmarkt fühlen sich trotzdem wohl. Und die Chinesen Den Rest des Beitrags lesen »


bilder aus magnolien

Dezember 12, 2007

Bin wiederholt auf Bilder angesprochen worden und habe deswegen jetzt einen Link zu meiner flickr-seite in der Leiste rechts außen platziert. Es handelt sich größtenteils um erste Gehversuche mit meiner neuen, gute 20 Jahre alten Photographiermaschine – lasst darum bitte Milde walten…

Mit einem Dank an Filip!


glücklich sein

November 14, 2007

Xingfu – Glück: Das Zeichen (幸福) hängt hier an jeder zweiten Haustür. Ja, aufhängen lässt sich ‘Glück’ eben leicht, geordnet darüber sprechen ist schon schwerer (zumal auf Chinesisch) und glücklich sein, ja glücklich sein…

Heute war in dieser Hinsicht kein leichter Tag. In 12 min vom Bett auf die Straße, an Bord zwei Probleme: 1.) Was soll ich Ihr schenken? 2.) Interkulturelle Probleme. Ob die Reihenfolge so stimmt, weiß ich allerdings nicht; ich weiß nur, dass beide Themenfelder sich mit dem mehr oder weniger animierenden Unterricht zu einem bunten Farbenspiel vermischt haben. Drum hübsch der Reihe nach.

Sie hat Den Rest des Beitrags lesen »


textwüste

November 11, 2007

Bisher strotzt mein Blog nicht gerade vor Bildern. Das lag bis vor kurzem an meiner – euphemistisch gesprochen – unbequemen Internetsituation in der alten Wohnung und liegt generell daran, dass ich des Photographierens nicht wirklich mächtig bin. Trotzdem sollte hier ein kleines bisschen Farbe rein, auch wenn es noch lange nicht für Videos aus Indien wie bei Hendrik oder eine Bilderserie wie bei Action Jackson (China) reicht. Wenn Ihr Euch also von meiner Textwüste hier erholen müsst, dann schaut auf seinem Blog vorbei und werft einen Blick auf sein China…

Beer City

Nie ohne meine Hühner

 


die sache mit dem gleichgewicht

Oktober 14, 2007

Jedes partielle Gleichgewicht ist temporär. Geschenkt, dass wir alle irgendwann in den Stoffkreislauf der Natur rücküberführt werden – passend zu meinem Horizont, stelle ich hier auf die kleinen Gleichgewichte ab, in diesem Fall auf mein geregeltes Schülerdasein mit kurzen Ausflügen in die Sphäre einer aktiven Lebensgestaltung.
In der einfachen Warteschlangentheorie gibt es nur zwei Richtungen, in die ein Zustand verlassen werden kann: Nach vorne und nach hinten. Irgendwo endet außerdem der Gültigkeitsbereich des Modells, und dann geht es, auch wenn man nach vorne will, nur noch zurück…
Gestern bin ich zurückgegangen Den Rest des Beitrags lesen »


der kleine lord auf grosser tour

September 30, 2007

Das kommt fast wie einst in der Mittelstufe… wirf die Mappe in die Ecke … raus und weg: Seit Freitag sind Ferien, denn am morgigen Montag wird die Volksrepublik 58 Jahre alt. Und wie in der Mittelstufe musste das erstmal kollektiv begossen werden.

Alles kein Problem, wenn das mit Rothaus Pils und Co. geschehen wäre. Wenn man nun aber mit einem Rudel KoreanerInnen (zuzüglich einer Litauerin und zwei, drei JapanerInnen) in einem koreanischen Restaurant sitzt, dann geschieht das Den Rest des Beitrags lesen »


traumhaftes wetter

September 20, 2007

Das Wasser ist klar, das Wetter ist gut. Und doch sind wir aus irgendeinem Grund unentspannt. Vielleicht müssen wir irgendwo hin. Das hölzerne Floß, das wir schieben, ist auf jeden Fall beladen. Ich schaue unter Wasser, sehe unsere strampelnden Beine und weiter Hinten: Einen großen Hai. Seltsam ruhig erfolgt meine Mitteilung. Wird er uns angreifen? Zu spät. Er kommt schon über uns.

Wozu gibt es Hainetze in Qingdao? Eben! Doch scheinbar sind wir nicht in Qingdao und der Hai richtet sich dementsprechend in der Wohnung im Erdgeschoss ein. Flucht ist in solch einer Situation die natürlichste aller Verhaltensweisen. Und so versuche ich zu fliehen. Erfolglos natürlich, denn – wieso auch immer – ich bin an diese Räume gebunden, von denen aus der Hai mit Hilfe zweier Schergen sein Schreckensregime zu etablieren trachtet. Den Rest des Beitrags lesen »


heute im unterricht

September 13, 2007

gestern beim einschlafen

August 12, 2007

Von seinem Standort aus hatte er einen wunderbaren Blick über die dunkle Ebene, die sich bis zu den aufsteigenden Berghängen in der Ferne erstreckte. Alles war friedlich. Nur ein riesiger, gelber Felsquader ungefähr auf halber Strecke zog seine Aufmerksamkeit in Bann. Da er nun aber seinen Feldstecher vergessen hatte, trat er an den Rand des Hochplateaus und strengte seine Augen an. Tatsächlich: Der Berg begann zu schrumpfen, als würde er schmelzen.
Ganz verantwortlicher Erdenbürger krampfte sich sein Herz zusammen. Klimawandel. (Hatte er sein Flugticket hierher eigentlich um ein Atmosfair-Ticket ergänzt?). Seine Augen begannen instinktiv nach Al Gore zu suchen. Seine Ohren lauschten angespannt: War da nicht irgendwo in der Ferne eine Hebebühne aktiviert worden? Nichts.
Es wurde spürbar wärmer. Unserem Freund stockte der Atem. Den Rest des Beitrags lesen »