zweiter versuch

August 28, 2008

Ich liege auf meinem Bett. Verquere Position ohne Kopfkissen, ohne Regung. Die Fenster sind offen. Draußen jagen sich große Fledermäuse während zehn Stockwerke tiefer der Verkehr dröhnt. Sirenen kommen und gehen, der Wasserwagen spielt “Bruder Jakob”, Lautsprecher an den Bussen warnen die Passanten: “Achtung! Ein Bus biegt ab. Achten Sie auf die Sicherheit!” sobald der Fahrer das Lenkrad einschlägt. Motoren aller Hubraumklassen heulen auf, Bremsen quietschen in allen Tonlagen von 14.000 Hz an aufwärts, Hupen. Alles kommt und geht und bleibt doch gleich wie das Meer und der Strand. Und ich bin voll und leer wie das Meer zugleich.

Im Bewusstsein dessen wartet man manchmal lange auf das Wissen warum. Und gelegentlich kommt der Schlaf zuerst, bei manchen soll es der Tod gewesen sein. Aber bitte.

Am Ende lauert immer Den Rest des Beitrags lesen »


zeit sich zu verabschieden II

Juli 2, 2008

Es war mal wieder so weit: Ich war zum Tod verurteilt worden, in einem großen Land. Warum genau, das weiß ich nicht mehr so genau, da ich zwischen dem damals und dem jetzt gestorben und aufgewacht bin, Pizza und chinesische Tortilla gefrühstückt und einen Mittagsschlaf direkt nach dem Frühstück gehalten habe.

Aber was bringt endgültiger ins Leben zurück als ein Dallmayr Prodomo, der so stark ist, dass man ihn mit heißem Wasser verdünnen muss? Ich werde es nie zum Kaffeekocher bringen. Genauso wenig zu einem stringenten Schreibstil. Also…

Ich bin mal wieder zum Tode verurteilt worden, in einem großen Land. Ich habe Den Rest des Beitrags lesen »


dialog im januar

Januar 7, 2008

„Warum gibst Du nicht einfach auf und lässt ihn mir, den Sieg?“ Schien der Erreger zu fragen, der seit Tagen in meinem Verdauungstrakt wütete.

„Was erwüchse Dir daraus für ein Vorteil, wenn mein Flüssigkeitshaushalt kollabieren und ich dehydriert vor mich hinbrabbelnd langsam aber sicher verrecken würde? Spürt ein Erreger Genugtuung? Was für eine Zukunft hast Du denn ohne Deinen Wirt?“ frage ich in mich hinein.

„Die Frage nach Zukünftigem oder Endgültigkeit entbehrt für mich jeglicher Relevanz. Was zählt, ist das Jetzt, vielleicht das Gleich, in jedem Fall die Wendungen des Kampfes.“

„Warum ist das so? Siehst Du denn nicht: Zukunft?“

„Es ist Natur. Tumorartiges, unreflektiertes Wachsen, Blindheit und Gier; und doch als System, so gut, dass selbst Du, der Mensch, der in dem Rausch lebt, sich von ihr zu entfremden, nicht bis an ein Ende – und sei es ein nahes – denken kann und will.“

Da blieb ich stumm und wartete auf das Einsetzen der Wirkung der Medikamente.


back to basic: bier

November 14, 2007

Weil Ihr alle denkt, ich sei längst Alkoholiker (80% Saufgeschichten in magnolien) und weil die Leute, mit denen ich wohne, denken, ich sei ein ernster, bodenständiger Abstinenzler. Weil, ja weil… deshalb muss ich den folgenden Werbespruch jetzt und hier platzieren. Steht auf jeder Flasche. Und den Menschen, der ihn wiederum dort platziert hat, möchte ich gerne mal kennen lernen…

 

Laoshan Beer

Laoshan Beer is new, trendy and energetic.
Every gulp is a fresh feeling that brings a lot of excitement
and fun to every occasion yo
u enjoy with friends.

 

Noch Fragen?

 


dann doch lieber: reisen ohne ticket

Oktober 18, 2007

Es gibt Länder, die kennt man nur, wenn man für die UBS Schwarzgeld verschiebt. Kleine Fürstentümer, oft kleiner als die dicke Linie, die die Grenzen der umliegenden Flächenstaaten markiert. Da ich bisher in keinem solchen Flecken gewesen war, ging mir die Expertise dafür eigentlich ab, aber ich habe dennoch regelmäßig die Meinung vertreten, dass an solchen Orten meist nicht wirklich viel passiert.
Seit meiner Ankunft heute, sehe ich mich bestätigt. Eine japanische Botschaft gibt es hier allerdings trotzdem, was mit Klüngeln, geostrategischen Interessen oder schlampiger Arbeit im Außenministerium zusammenhängen mag. Aber was macht man als Botschafter in einem solchen Land? Den Rest des Beitrags lesen »


traumhaftes wetter

September 20, 2007

Das Wasser ist klar, das Wetter ist gut. Und doch sind wir aus irgendeinem Grund unentspannt. Vielleicht müssen wir irgendwo hin. Das hölzerne Floß, das wir schieben, ist auf jeden Fall beladen. Ich schaue unter Wasser, sehe unsere strampelnden Beine und weiter Hinten: Einen großen Hai. Seltsam ruhig erfolgt meine Mitteilung. Wird er uns angreifen? Zu spät. Er kommt schon über uns.

Wozu gibt es Hainetze in Qingdao? Eben! Doch scheinbar sind wir nicht in Qingdao und der Hai richtet sich dementsprechend in der Wohnung im Erdgeschoss ein. Flucht ist in solch einer Situation die natürlichste aller Verhaltensweisen. Und so versuche ich zu fliehen. Erfolglos natürlich, denn – wieso auch immer – ich bin an diese Räume gebunden, von denen aus der Hai mit Hilfe zweier Schergen sein Schreckensregime zu etablieren trachtet. Den Rest des Beitrags lesen »